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Die Kunst zu erinnern und gedenken

Die Kunst zu erinnern und gedenken

Lesedauer: ca. 3 Min. | Text: RDN Verlag

Der Totensonntag kann mehr als Erinnerung und Gedenken an Verstorbene sein. Eine Ausstellung die sich auch mit dem „danach und was wäre wenn“ beschäftigt ist zu sehen am Waldfriedhof Herten, in der Kapelle – 10-16 Uhr.

Der Totensonntag kann mehr als Erinnerung und Gedenken an Verstorbene sein. Eine Ausstellung die sich auch mit dem „danach und was wäre wenn“ beschäftigt ist zu sehen am Waldfriedhof Herten, in der Kapelle – 10-16 Uhr.

Totensonntag

und die Kunst zu erinnern und gedenken

 Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag. Der November ist der Monat des Gedenkens. Den Abschluss bildet traditionell der Totensonntag.

Nach der erfolgreichen Premiere im Oktober, erinnern wir nun ein zweites Mal in Herten, in und vor der Kapelle am Waldfriedhof. Wir freuen uns damit den Menschen eine Gelegenheit geben zu können, die es terminlich im Oktober nicht in die Orangerie geschafft haben. So werden wir an diesem Sonntag nicht nur an verstorbene geliebte Menschen erinnern und von Ihnen erzählen, auch ganz bewusst an lebende Menschen die uns mehr bedeuten, als wir es in unserem Alltag oft zeigen können. Erinnern kann an diesem Sonntag also durchaus auch die Zukunft ändern und damit überraschen.

 Was bleibt von uns und was geht?
worum geht es?

Seit den Anfängen sind Büsten Teil der Erinnerungskultur, sie haben oft Denkmalcharakter und drücken persönliche Wertschätzung aus. Portraitbüsten stehen beispielsweise an den Stätten des Wohnens und Wirkens eines bedeutsamen Menschen oder sind seit Jahrtausenden heute noch an Ruhestätten zu finden. Gern ließen sich früher Könige und Feldherren, Gelehrte und Pharaonen in Stein darstellen, so dass noch heute an sie gedacht und erinnert wird.

„Wie der Tod das Leben verändert“.
der Titel dieser Ausstellung

 Was wäre eigentlich geworden, wenn? Und was ist geworden, weil. Kennen Sie für sich die Antworten, oder haben Sie nie danach gesucht? Stelle ich mir diese Fragen, weil ich zu den Alten gehöre, oder um die Jungen dafür zu interessieren, wer die Alten waren? Es geht um Familie und hier genau gesagt um meine Familie. Anfang und Ende sind nicht bekannt, jeder von uns ist immer nur ein kleiner Teil der Geschichte. Um Geschichte zu schreiben, bedarf es der Erinnerung, um Erinnerung zur Kultur werden zu lassen, braucht es Zeugen. Bilder und Skulpturen sind solchen Zeitzeugen, wenn auch stumme. Lassen Sie uns heute dafür Worte finden, Worte die erinnern, wertschätzen und somit manches erklären können. Nicht alles.

Die Westerholter Künstlerin Martina Weller erzählt gemeinsam mit Fred Toplak in Form und Farbe über Leben und Tod aus der Geschichte der Familie Toplak/Albermann bis zur Gegenwart. Erzählt wird über den Mut etwas völlig Neues im Leben zu wagen, die Heimat zu verlassen und damit Zukunft zu verändern. Auch über den plötzlichen Tod von Geschwistern, die am Anfang Ihres Lebens noch vor dieser Zukunft standen. Beides prägende Veränderungen, bis zu einer knalligen Gegenwart heutiger Generationen.

Franz und Angela-Sophie Toplak hatten 1919 den Mut, die Heimat Steiermark (das heutige Slowenien) zu verlassen. Die 26-Jährige Veronika Toplak riss der Tod 1981 genauso wie den 27-Jährigen Andreas Albermann 1991, zehn Jahre später von einer zur anderen Sekunde aus dem jungen Leben. Beide sind im Herzen unlösbar verbunden. Fred Toplak und seine „Familie Albermann“ leben das Leben durch und für Ihre Vorfahren vielfältig weiter. Laut, leise und manchmal knallig bunt.

Die Bildhauerin Martina Weller hat zur Geschichte von Franz und Angela-Sophie, sowie auch Veronika Toplak und Andreas Albermann Büsten und damit einen Augenblick dieser prägenden Geschichte als „Hommage der Vorfahren“ aus Beton geschaffen. Ihre Skulpturen sind wie das Leben, rau und glatt zugleich. Fred Toplak hat dafür zum ersten Mal in seinem Leben zum Pinsel gegriffen und großformatige, bunte Lebensabschnitte für dieses Projekt auf Leinwände festgehalten. Seine Bilder spiegeln versteckte Emotionen und sind wie das Leben auch, nicht perfekt.

www.topart.ruhr www.martinaweller.de

Wir wünschen Ihnen viel Freude und freuen uns auf Ihre Geschichten.

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