Zum Inhalt springen
Niederschlag: Auch der September war zu trocken
© Meike Beste/EGLV

Niederschlag: Auch der September war zu trocken

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Den vierten Monat in Folge hat es in der Emscher-Lippe-Region zu wenig geregnet.

Emscher-Lippe-Region. Der Oktober ist an seinem ersten Tag mit viel Regen gestartet, jedoch täuscht dies über einen aktuellen sehr ernstzunehmenden Trend hinweg: Der vergangene September ist verglichen mit dem 130-jährigen Durchschnittswert der vierte aufeinander folgende Monat in diesem Jahr gewesen, in dem es zu wenig regnete. Bereits seit Juni hält diese Tendenz an. Im letzten Drittel des Septembers fiel sogar über neun Tage hinweg überhaupt kein Niederschlag. Das ist das Ergebnis der hydrologischen Auswertungen der beiden regionalen Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV).

Im Emscher-Gebiet lag die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 48,8 mm Regen (ein Millimeter entspricht einem Liter pro Quadratmeter). Das liegt deutlich unter dem 130-jährigen Mittel von 66 mm. Die Niederschlagsmenge im Lippe-Gebiet fiel sogar noch niedriger aus: Dort konnte ein Gebietsmittel von lediglich 40,4 mm verzeichnet werden – über 20 mm weniger als der Durchschnitt (64 mm).

Durch Gewitterereignisse mit lokalem Starkregen am 1., 9. und 16. September ergaben sich in der Emscher-Lippe-Region große Unterschiede in den Monatssummen, also den Niederschlagsmengen, die innerhalb des Septembers an einem konkreten Ort gefallen sind: 19,8 mm konnten im Lippe-Gebiet an der Niederschlagsstation an der Kläranlage Werl gemessen werden – in der Emscher-Region ganze 75,2 mm an der Messstation am Regenüberlaufbecken am Frohnhauser Weg in Mülheim an der Ruhr.
Der absolut höchste Niederschlag im gesamten Verbandsgebiet von EGLV fiel am 16. September mit 19,3 mm – ebenfalls aufgezeichnet an der Station am Frohnhauser Weg in Mülheim an der Ruhr. Auch wenn es zwischenzeitlich zu vereinzelten starken Regenfällen kam, zeigte vor allem das letzte Septemberdrittel, dass es insgesamt zu trocken war: An neun Tagen hintereinander fiel im Emscher-Lippe-Gebiet kein einziger Regentropfen.


Ernstzunehmende Konsequenzen für Böden und Gewässer


Dürrephasen infolge ausbleibender Niederschläge können negative Folgen für Böden und Gewässer haben. In Flüssen und Bächen kann es durch die Gefahr von Niedrigwasserständen zu einer Reduzierung des Sauerstoffgehaltes kommen, was aquatische Lebewesen beeinträchtigen könnte. Eine Austrocknung von Böden kann wiederum zur Folge haben, dass diese bei plötzlich auftretendem Starkregen kein Wasser aufnehmen können, wodurch die Überflutungsgefahr steigt. Die nun bereits seit Juni beobachteten Entwicklungen bekräftigen einmal mehr die Erfordernis, das Schwammstadt-Prinzip in der Region umzusetzen und die Städte und Kreise in der Emscher-Lippe-Region klimaresilient zu gestalten. Wenn es einmal regnet, dann sollte dieses Wasser nicht in der Schmutzwasserkanalisation landen, sondern vor Ort versickern oder in Gewässer abgeleitet werden. Auf diese Weise würden die Wasserkörper (Grundwasser, Flüsse und Bäche) und Böden gestärkt und an die Folgen des Klimawandels angepasst – sie wären künftig resilienter und weniger anfällig bei heißeren Temperaturen und Dürreperioden.

Zahlreiche Projekte für ein nachhaltiges Regenwassermanagement setzen Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit ihren Mitgliedskommunen unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk um. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.klima-werk.de.


Emschergenossenschaft und Lippeverband


Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben. Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 2.000 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken (rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, mehr als 500 Pumpwerke und 57 Kläranlagen).

Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV)

EMSCHERGENOSSENSCHAFT UND LIPPEVERBAND
Kronprinzenstr. 24
45128 Essen
www.eglv.de

 

Artikel teilen:

Mehr aus Ihrem Vest: