Auf Ewald wird gerade alles auf Sommer gestellt: Fußball, Mallorca, Konzerte. Kira (28) liefert die Bilder – und den Blick ihrer Bubble.
Auf Ewald riecht es nach Bratwurst, warmem Asphalt und einem Axe-Schleier aus der Menge – dazwischen das Surren von Technik. Vor der großen LED-Wand wird geschoben, geklebt, verkabelt. Nach und nach füllt sich die Fläche mit Geräuschen, der Ort läuft sich warm. So jedenfalls die Vision der „Arena auf Ewald“. Gedacht als Open-Air-Arena zwischen Doppelschacht und Malakow-Turm, die Frank Südfeld (r.) und Dirk Lasarz zum Epizentrum der Geselligkeit machen wollen – der Veranstaltungskalender so gut gefüllt wie ein Kühlschrank vorm WM-Finale: Public Viewing, Maskottchen-Aktionen, Fußball-Talks, Kinderkino, Familientag, Bingo XXL. Dazu Konzerte von Mallorca bis Metal-Matinée. Vieles bewusst tagsüber, damit man abends noch ein Mensch ist. Nicht dieses klassische „Einlass 19 Uhr, Band 23 Uhr, nachts zuhause und am nächsten Tag hundemüde zur Maloche“.
Die junge Brille
Kira Pöpping feiert genau das. Sie ist die Person, die dafür sorgt, dass man das Spektakel überhaupt mitbekommt: Social Media, Videos, Fotos, Reels, Interviews, Ticketkommunikation. Als sie zum ersten Mal von den Plänen hörte – 10.000 Leute, große Namen, Arena auf Ewald – war ihr erster Reflex: „Hammer!“ In ihrem Kopf ist das mehr als ein Sommerfeuerwerk. Kira denkt in Regelmäßigkeit, Kooperationen, in Dingen, die nicht nur groß sind, sondern konstant. Auch, weil sich in ihrer Generation etwas verschiebt: mehr Sport und Selbstoptimierung, mehr Lust auf simple Geselligkeit. Sie nennt sich „Oma, getarnt im als 28-Jährige“: einmal im Monat Museum mit dem Partner, Kultur statt Kater, Ruhrgebiet statt Reizüberflutung. Ursprünglich kommt sie aus dem Münsterland – und genau deshalb liebt sie Hertens Vielschichtigkeit: Schlösser, Halden, Trassen, Waldstücke, Seen. Natur läuft. Schwieriger sind Optionen, die nicht nur Strecke, sondern Szene haben. Gibt’s das in Herten?
„Punktuell. Mal hier, mal da. Verlässlich selten.“ Die Arena auf Ewald könne daran etwas ändern, findet Kira – weil sie mehr sein will als ein Kalender voller Superlative: Public Viewing als gemeinsames Wohnzimmer, Konzerte als Ausrufezeichen, dazwischen Formate mit regionalen Akteuren, Newcomern, Vereinen. „Und irgendwann gibt es endlich auch die Seilbahn hoch zur Halde“, sagen Frank und Dirk lachend mit hoffnungsvoller Ironie.
Ewaldstraße 237
45699 Herten